Gerade im Fall einer Krebserkrankung sind gute Informationen, ausreichende Erklärungen und verständliche Hinweise wichtige Entscheidungsgrundlagen. Leider ist die Gesprächszeit aufgrund äußerer Faktoren meist begrenzt und das Arztgespräch stellt für viele Patienten eine Stresssituation dar, in der man leicht auf wichtige Fragen vergisst. Da hilft es, entsprechend vorbereitet zu sein! Mit den nachfolgenden Checklisten können Sie sich eine individuelle und personalisierte Fragenliste erstellen.

FRAGEN VOR EINER UNTERSUCHUNG

  • Warum ist die Untersuchung medizinisch notwendig?
  • Wie läuft die Untersuchung ab?
 Welche Risiken bringt sie mit sich?

  • Gibt es andere Untersuchungen, die genauso gut sind?

  • Wird die Untersuchung von meiner Krankenkasse bezahlt?

  • Sind Komplikationen zu erwarten und wenn ja, welche?

  • Muss ich vor der Untersuchung etwas beachten (z.B. nüchtern sein)?

  • Wie zuverlässig ist das Untersuchungsergebnis und wann erhalte ich es?

FRAGEN NACH DER DIAGNOSE BAUCHSPEICHELDRÜSENKREBS

  • Habe ich einen exokrinen oder einen endokrinen Tumor der Bauchspeicheldrüse?
  • Wo in der Bauchspeicheldrüse liegt der Tumor (Kopf, Körper, Schwanz)?
  • In welchem Stadium befindet sich meine Erkrankung?

  • Wächst der Tumor bereits in die umliegenden Gewebe (z.B. Gefäße, Gallenwege, Nerven, Zwölffingerdarm) ein?
  • Gibt es bereits Absiedelungen (Metastasen)? Wo (z.B. Leber, Lunge, Bauchfell)?
  • Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Welche kommen für mich in Frage und warum? Welche Vor- und Nachteile haben sie?

  • Welche Auswirkungen hat das auf meine Lebensqualität?

  • Empfehlen Sie mir, eine zweite Meinung einzuholen?

  • Wie viel Zeit habe ich, eine Behandlungsentscheidung zu treffen?

FRAGEN VOR/NACH EINER OPERATION

  • Welche Art von Operation ist bei mir möglich/nötig?

  • Kann der Tumor voraussichtlich vollständig entfernt werden?

  • Wenn eine Operation nicht möglich ist: Welche Alternativen gibt es und was kann ich davon erwarten?
  • Welche Klinik empfehlen Sie mir für den Eingriff und warum?
  • Welche Komplikationen können während/nach der Operation eintreten?
  • Muss ich nach der Operation künstlich ernährt werden?
  • Wie sehen mögliche Langzeitfolgen aus?

  • Welche Auswirkungen hat die Operation auf meinen Alltag?

  • Muss ich Besonderheiten bei der Ernährung beachten?

  • Werde ich zusätzlich zur Operation weitere Behandlungen erhalten, zum Beispiel eine Chemotherapie?
 Welche Vor- und Nachteile hat das?
  • Wo kann ich nach der Operation Unterstützung und Hilfe erhalten? Wie geht es danach weiter (Rehabilitation, Nachsorge)?

FRAGEN VOR EINER CHEMOTHERAPIE

  • Welche Chemotherapie werde ich erhalten?
  • Was passiert, wenn ich keine Chemotherapie mache?

  • Wie läuft die Chemotherapie ab? Muss ich dafür ins Krankenhaus? Wie lange?

  • Mit welchen Nebenwirkungen und Langzeitfolgen muss ich rechnen? Was kann ich dagegen tun?

  • Wenn Nebenwirkungen auftreten: Welche Mittel kann ich zuhause selbst anwenden und wann sollte ich zum Arzt gehen?
  • Wie wird sich die Behandlung auf meinen Alltag auswirken?

  • Hat die Chemotherapie Einfluss auf meinen Appetit und mein Gewicht?
  • Wie oft und wie lange muss ich die Medikamente bekommen?

  • Was machen wir, wenn ich die Behandlung nicht vertrage?
Kann man auf andere Medikamente ausweichen?

  • Gibt es eine klinische Studie, an der ich teilnehmen könnte?
  • In welchem Abstand sollte ich nach beendeter Chemotherapie zu Kontrolluntersuchungen kommen?
  • Wobei können Angehörige und Freunde mich vielleicht unterstützen?

FRAGEN BEI AUFTRETEN EINES REZIDIVS (RÜCKFALLS)

  • Wo ist das Rezidiv aufgetreten (Lokalrezidiv, Lymphknoten, Fernrezidiv)?
  • Ist das Rezidiv so klein, dass ich nochmals operiert werden kann?
  • Welche nicht-operative Tumortherapie kommt für mich in Frage?
  • Mit welchen Nebenwirkungen muss ich rechnen und was kann ich dagegen tun?
  • Führt das Rezidiv bereits zu Komplikationen, die einen palliativen Eingriff (z.B. Stent-Versorgung der Gallenwege) notwendig machen?

FRAGEN IM REIN PALLIATIVEN SETTING (BEST SUPPORTIVE CARE)

  • Wie viel Zeit bleibt mir noch, um wichtige Dinge zu regeln?
  • Werde ich Schmerzen haben und wie lassen sich diese bestmöglich lindern?
  • Sollte ich eine Patientenverfügung machen?
  • Kann ich zuhause sterben (Schmerzen, Ernährung, Finalpflege) oder ist es besser, in ein Krankenhaus oder Hospiz zu gehen?
  • Wo kann ich psychoonkologische/psychosoziale Begleitung in Anspruch nehmen?
  • Wann und wo können meine Angehörigen Pflegegeld beantragen?
  • Welche Hilfe können meine Angehörigen in Anspruch nehmen?