Umgang mit den geänderten Ernährungsanforderungen

... auf einen Blick

Ob und in welchem Ausmaß Ernährungsprobleme auftreten, ist auch abhängig vom jeweiligen Tumorstadium und der damit verbundenen Therapie.

Lassen Sie sich individuell von qualifizierter Seite beraten, um eine Mangelernährung zu vermeiden und nicht gänzlich die Lust am Essen zu verlieren!

Wenn Sie sich mit dem Thema Ernährung intensiver beschäftigen möchten, empfehlen wir Ihnen die Lektüre der im Servicebereich angeführten Ratgeber.

Schmackhafte Gerichte von namhaften Sterneköchen speziell für Tumorpatienten liefert Ihnen die Rezept-App „HealthFood“ des Tumorzentrums München.

Da die Bauchspeicheldrüse bei der Verdauung wichtige Funktionen erfüllt, haben Menschen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs sehr häufig Probleme mit dem Essen. Viele Betroffene leiden unter Appetitlosigkeit und verlieren aufgrund einer gestörten Fettverdauung stark an Gewicht. Ob und in welchem Ausmaß Ernährungsprobleme auftreten, ist aber auch abhängig vom Tumorstadium und der damit verbundenen Therapie. Es ist daher wichtig, sich individuell von qualifizierter Seite beraten zu lassen, um eine Mangelernährung zu vermeiden und nicht gänzlich die Lust am Essen zu verlieren! Eine Mangelernährung hat weitreichende Konsequenzen und beeinflusst nicht nur die Lebensqualität, sondern auch den Krankheitsverlauf und die Prognose von Tumorpatienten!

Im Folgenden haben wir für Sie einige praktische Tipps zum Thema Ernährung zusammengestellt, die das Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt bzw. einem Diätologen jedoch nicht ersetzen können!

Was hilft bei Appetitlosigkeit?

  • Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten am Tag, ruhig alle 2 bis 3 Stunden (auch nachts, wenn Hungergefühle auftreten)
  • Achten Sie darauf, dass Sie Snacks und fertige Gerichte in der Nähe haben, damit Sie bei plötzlichem Appetit nicht erst kochen müssen
  • Stellen Sie Schüsseln mit kleinen Leckereien bereit, die Sie zum Zugreifen „verführen“
  • Essen Sie alle Lebensmittel, auf die Sie Appetit haben!
  • Variieren Sie Umgebung, Zeit und Ort der Mahlzeiten; manchmal können Ablenkungen (z. B. Gesellschaft, Fernsehen) helfen
  • Vermeiden Sie es, vor oder während den Mahlzeiten zu trinken (vorzeitige Sättigung)
  • „Das Auge isst mit!“ – richten Sie Ihre Mahlzeiten appetitlich an (auch passierte Kost)
  • Reichern Sie Ihr Essen mit zusätzlichen Kalorien durch Sahne und Butter an, evtl. auch mit Eiweißpulver
  • Versuchen Sie Ihren Appetit durch leichte Bewegungsübungen oder einen kleinen Spaziergang anzuregen
  • Vermeiden Sie starke Essensgerüche, lüften Sie Ihre Küche regelmäßig nach dem Kochen
  • Pfefferminztee kann appetitanregend wirken

Wie beugen Sie Übelkeit und Erbrechen vor?

  • Bevorzugen Sie kühle, leicht gewürzte Speisen
  • Essen Sie trockene Nahrungsmittel wie Toast, Knäckebrot, Zwieback oder Kekse, bei Übelkeit schon morgens vor dem Aufstehen
  • Probieren Sie Kaltschalen, Sorbets (Wassereis) oder Eiswürfel aus Cola
  • Achten Sie darauf, langsam zu essen und zu trinken; kauen Sie die Lebensmittel gut durch
  • Verzehren Sie viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt
  • Vermeiden Sie starke Essengerüche z. B. durch gutes Lüften der Küche.
  • Sinnvoll ist es auch Abdeckungen auf Töpfen oder Schüsseln erst kurz vor dem Servieren zu entfernen. Versuchen Sie möglichst nicht selbst zu kochen.
  • Es ist günstig, wenn Sie beim Essen aufrecht sitzen und auch nach dem Essen in aufrechter Haltung sitzen bleiben.
  • Trinken Sie nach dem Essen Kräutertee oder spülen Sie Ihren Mund gegen unangenehmen Nachgeschmack
  • Viel Trinken, aber immer zwischen den Mahlzeiten, um den Magen nicht zu schnell zu füllen; gut sind kühle ungesüßte Kräutertees, eine Mischung aus Pfefferminz- und Kamillentee oder stilles Mineralwasser
  • Vorsicht bei Ihren Lieblingsspeisen: kommt es danach zum Erbrechen, kann dadurch eine Abneigung entstehen

Was hilft bei Durchfall?

  • Bevorzugen Sie kühle, leicht gewürzte Speisen
  • Achten Sie darauf viel zu trinken: 2,5 bis 3 Liter am Tag. Probieren Sie auch isotone Getränke.
  • Verteilen Sie mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag
  • Vermeiden Sie blähende Kost (z. B. Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Lauch, Knoblauch, Kohl)
  • Essen Sie gemuste Banane oder geriebene Äpfel und Karottenpüree
  • Verzehren Sie ballaststoffarme Getreidebreie aus Hafer und Reis, Weißmehlprodukte und Kartoffelpüree
  • Laktosefreier Magertopfen und trockener Käse haben eine „stopfende“ Wirkung
  • Essen Sie möglichst kaliumreiche Lebensmittel (z. B. Bananen, Kartoffeln, gekochte Karotten)
  • Stilles Mineralwasser, schwarzen Tee (mind. 10 Minuten gezogen) und schwach gesüßten Fencheltee trinken; kohlensäurereiche Getränke sowie Alkohol, Kaffee und Säfte meiden, Ausnahme: Heidelbeersaft (wirkt stopfend)
  • Auch klare Brühen und Sportlergetränke sind empfehlenswert; diese helfen beim Ausgleich verloren gegangener Mineralstoffe und Spurenelemente
  • Um den Kochsalzverlust auszugleichen, können Sie Salzstangen essen
  • Laktosefreie Sauermilchprodukte wie Joghurt, Butter- oder Sauermilch werden meist besser vertragen als frische Milch

Die oben angeführten Tipps stammen größtenteils aus der Broschüre „Gewusst wie! Ernährung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs“. Die nun folgenden Empfehlungen wurden für Sie von der Diätologin Frau Elisabeth Hütterer zusammengestellt.

Welche Getränke sind bei Durchfall zu empfehlen?

Damit Flüssigkeit leichter vom Darm aufgenommen werden kann, sollten Zucker und Salz in einer bestimmten Konzentration enthalten sein, die in etwa der Teilchenkonzentration des Blutes entspricht. Solche isotonen Lösungen sind in der Apotheke als Pulver zum Anrühren erhältlich (z.B. Normhydral oder Normolyt für Kinder), können aber auch selbst zubereitet werden. Verwenden Sie für die flüssigen Bestandteile einen Messbecher. Das Salz kann man in der Apotheke 1-mal als Schätzhilfe exakt auswiegen lassen. Alle flüssigen Zutaten ergeben genau einen Liter, dem die trockenen Bestandteile zugefügt werden.

Zutaten Zubereitungshinweise
1000 ml Schwarztee (2 Beutel), 40 g Traubenzucker (Dextropur), 1 g Kochsalz (1/2 Teelöffel) Zur Entfaltung der stopfenden Wirkung ca. 15 Minuten ziehen lassen.
1000 ml Heidelbeertee, 35 g Traubenzucker (Dextropur), 1 g Kochsalz (1/2 Teelöffel)

6 EL getrocknete Heidelbeeren (aus der Apotheke) mit Wasser kalt zustellen,
10 Minuten kochen und dann 10 Minuten ziehen lassen. Anschließend abseihen
und auf einen Liter auffüllen.

60 ml Holunderblüten-Sirup, 940 ml Trinkwasser 1 g, Kochsalz (1/2 Teelöffel)

Wahlweise sind auch andere
Geschmacksrichtungen möglich.

500 ml Bio-Karottensaft, 500 ml Trinkwasser 1 g, Kochsalz (1/2 Teelöffel) Zutaten vermischen.
500 ml Coca-Cola (normales mit Zucker), 500 ml lang gezogener Schwarztee, 1 g Kochsalz (1/2 Teelöffel) Achtung, schäumt bei Salzzugabe stark auf!

 

Gibt es besonders empfehlenswerte Teemischungen gegen Übelkeit?

Nehmen Sie unbedingt die gegen Übelkeit verordneten Medikamente ein! Zusätzlich können Sie folgende Teemischungen ausprobieren.

Zutaten Zubereitungshinweise
60 g Pfefferminzblätter
20 g Melissenblätter
10 g Kamillenblüten
10 g Anisfrüchte (gestoßen)
Teemischung gegen Übelkeit zur Entspannung des Magens. Kann auch kalt getrunken werden.
30 g Bitterorangenschale
30 g Schafgarbenkraut
30 g Ingwerwurzel
10 g Andornkraut

Aromatisch bittere Teemischung mit appetitanregender Wirkung.

 

Welche Speisen haben stopfende Wirkung?

Bitte beachten Sie dabei, dass die angeführten Speisen den nötigen Energiebedarf nicht decken und daher nur vorübergehend verwendet werden sollten. Falls trotz Einhalten der Ernährungsempfehlungen der Durchfall weiter besteht, kontaktieren Sie bitte Ihren behandelnden Arzt.

Speise mit stopfender Wirkung Zubereitungshinweise
Geschabter Apfel Um eine stopfende Wirkung zu erreichen, soll der Apfel mit der Schale auf einer Glasreibe geschabt bzw. mit einem Stabmixer oder im Mixglas zu einem Mus püriert werden. Vor dem Essen braun werden lassen. Vor jeder Mahlzeit eine kleine Schüssel verzehren. Kann auf Vorrat zubereitet werden.
Aufgeschlagene Banane

Reife Banane mit einer Gabel zerdrücken oder mit dem Stabmixer pürieren und anschließend cremig rühren. Nach Geschmack mit einem Spritzer Zitronensaft, Biskotten oder Zwieback mit mixen.

Getrocknete Heidelbeeren

Zum langen Kauen.

Karottenmus/-suppe Frühkarottengläschen salzen und über den Tag verteilt essen. Als Suppe Kindergläschen mit Wasser verdünnen oder Karotten in Wasser weich dünsten, passieren und mit Salz und Zitronensaft würzen.
Getreidesuppe Falsche Suppe mit Polenta, Grieß, Reis- Dinkel- oder Haferflocken zubereiten. Dazu Grieß oder Flocken trocken anrösten, mit Wasser oder Gemüsebrühe aufgießen und mit etwas Muskat und Salz nach Geschmack würzen. Nach Belieben gehackte grüne Petersilie zufügen. Zur Zubereitung können auch Reis- oder Haferschleimflocken aus der Säuglingsabteilung verwendet werden.
Sehr weich gekochter weißer Reis oder Teigwaren In Form von dicken Suppen, bzw. mit fettarm zubereiteten, pürierten Karotten-, Zucchini- oder Kürbisgemüse.
Gemüsebrühe Falls kein Gusto auf süße Getränke besteht, so ist eine warme Gemüsebrühe eine gute Alternative. Dazu geputztes und geschnittenes Wurzelgemüse (Karotten, gelbe Rüben, Sellerie, Petersilwurzel, Pastinaken) fettfrei anrösten und mit Wasser aufgießen. Mit Lorbeerblatt, Liebstöckl, Muskatblüte und Salz würzen, 1 ½ Stunden schwach kochen lassen und abseihen. Ersatzweise können auch Gemüsebrühwürfel verwendet werden.
Altbackenes Weißbrot, Semmel, Zwieback, Salzstangen, Mürbteigkipferl, Biskotten, Mais- oder Reiswaffeln Eventuell toasten.
Schokolade Kakaoanteil > 70 %.

 

Welche Getränke/Speisen sind bei Durchfall nicht zu empfehlen?

Meiden Sie bei akutem Durchfall vor allem
Rohes Obst und Gemüse (außer reife Bananen oder Heidelbeeren),

  • Vollkornprodukte,
  • Fettreiche Speisen,
  • Laktosehaltige Milchprodukte,
  • Kohlensäure,
  • Früchte- und Pfefferminztee, Earl Grey Tea, koffeinhaltigen Kaffee und
  • Alkohol (vor allem Bier).

Wann werden Bauchspeicheldrüsenenzyme benötigt?

Eine gesunde Bauchspeicheldrüse bildet bis zu 2 Liter enzymhältigen Verdauungssaft. Diesen brauchen wir, um unsere Nährstoffe (Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate) aufzuspalten – vergleichbar mit einer Schere, die die Nährstoffe kleiner schneidet. Liegt ein Mangel an diesen Enzymen vor, dann werden die Nährstoffe nicht gespalten und sind zu groß, um vom Dünndarm aufgenommen zu werden. In der Folge entsteht vom Volumen her überraschend viel heller, gelblicher bis weißer Stuhl, der glänzend und klebrig sein kann. Auch Blähungen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Völlegefühl, Durchfälle, Verstopfung, Muskel- sowie Gewichtsverlust können auftreten. Wenn Sie an einem oder mehreren der genannten Beschwerden leiden, müssen Sie diese Enzyme zu jedem Essen einnehmen. Die Verordnung bekommen Sie von Ihrem behandelnden Arzt.

Soll man Trinknahrungen zu sich nehmen?

Mangelernährung und Gewichtsverlust stellen mitunter die größte ernährungstherapeutische Herausforderung dar. Zur Unterstützung eignen sich flüssige Trinknahrungen, die alle für den Körper nötigen Stoffe enthalten und auch als sogenannte „Astronautenkost“ bezeichnet werden. Denken Sie daran, mit der Trinknahrung immer ausreichend Enzyme einzunehmen, um eine gute Verdauung zu gewährleisten.

Wann sollte eine parenterale Ernährung erfolgen?

Kann der Energiebedarf trotz der oben genannten enteralen Ernährung nicht gedeckt werden, sollte eine künstliche Ernährung über die Blutbahn (parenterale Ernährung) in Betracht gezogen werden. Diese ist begleitend zu den Essgewohnheiten möglich. Bei der parenteralen Ernährung gelangt die Nährinfusion langsam über einen Port (Verlinkung mit Erklärung zu Port-a-cath System) in die Vene. Die Laufzeit ist dabei vom Energiegehalt abhängig.